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Über- und Unterbelegung von Wohnungen

Über- und Unterbelegung von Wohnungen

Ende 2020 zählte die Schweiz insgesamt 4’637’174 Wohnungen, davon waren 3’888’575 ständig bewohnt. Wie verteilen sich die Bewohner auf die verschiedenen Wohnungsgrössen und wer trägt massgeblich zum Bedarf an Wohnflächen bei, der in den letzten Jahren durchschnittlich leicht gewachsen ist?

In 641’000 bzw. 16,5% der Wohnungen leben gleich viele Personen, wie die Wohnung über Zimmer verfügt. In Personen ausgedrückt sind das knapp 1,82 Mio. oder 21,2% der ständigen Wohnbevölkerung.

Ca. 245’000 oder 7% aller Wohnungen sind überbelegt, d. h. es wohnen mehr Personen in einer Wohnung, als die Wohnung über Zimmer verfügt. Eine Überbelegung betrifft ca. 1 Mio. Menschen in der Schweiz.

Die verbleibenden 3 Mio. Wohnungen sind alle unterbelegt. Eine Unterbelegung von 1 Person macht prozentual am Wohnungsbestand knapp 29% aus, eine Unterbelegung von 2 und mehr Personen allerdings über 48%. Letzteres entspricht 3,26 Mio. Menschen, die zusammen in 1,89 Mio. Wohnungen wohnen. Wer sind oder könnten die Bewohnertypen mit einer grösseren Überbelegung sein? Ein Versuch, diese Bewohnertypen aufgrund der Wohnungsgrössen zu definieren.

Tabelle: Unterbelegung von Wohnungen nach Bewohnertypen

BewohnertypAnzahl Wohnungen (ca.)Anzahl Personen (ca.)Flächenverbrauch pro Person (m2)
Single-Bewohner in einer 3-Zimmer-Wohnung452’000 452’000 79.9
Single-Bewohner in einer 4-Zimmer-Wohnung254’000 254’000 106.2
Single-Bewohner in einer 5-Zimmer-Wohnung100’000 100’000 138.1
Single-Bewohner in einer Gross-Wohnung53’000 53’000 177.9
Paar in einer 4-Zimmer-Wohnung412’000 824’000 53.1
Paar in einer 5-Zimmer-Wohnung230’000 460’000 69
Paar in einer Gross-Wohnung135’000 270’000 89
Paar mit einem Kind in einer 5-Zimmer-Wohnung oder 3er-Wohngemeinschaft105’000 315’000 46
Paar mit einem Kind in einer Gross-Wohnung64’000 192’000 59.3
Paar mit zwei Kindern in einer Gross-Wohnung oder 4er-Wohngemeinschaft 85’000 340’000 44.5

Quellen: Bundesamt für Statistik, GWS 2020; Auswertung: Bundesamt für Statistik, datenportal.info

Geht man davon aus, dass sich die Bewohner in stark unterbelegten Wohnungen zufällig auf die jeweiligen Wohnungsgrössen verteilen, lässt sich aufgrund der durchschnittlichen Wohnungsflächen der Flächenverbrauch pro Person berechnen. Dabei zeigt sich schön, dass sowohl Single-Bewohner wie auch Paare ohne Kinder deutlich über dem durchschnittlichen Wohnflächenbedarf von 46,3 m2 pro Person liegen. Überraschend am Ergebnis sind sicherlich die über 400’000 Single-Bewohner, die in einer Wohnung mit 4 oder mehr Zimmern wohnen und teilweise einen Flächenverbrauch von über 100 m2 ausweisen.